Juni 1986 Während
des evangelischen Kirchentages in Halle entsteht die Idee zur Gründung einer autonomen
Lesbengruppe, die im Juli realisiert wird.
bis 1989 Die Gruppe
trifft sich regelmäßig, organisiert thematische Abende, arbeitet im überregionalen
Lesbenverbund.
Ende 1989 Wende,
Gründung des unabhängigen Frauenverbandes UFV. Die Lesbengruppe initiiert die regionale
UFV-Gruppe, Frauen aus anderen Frauengruppen schließen sich an.
März 1990 Mit
vielen Frauengruppen wird gemeinsam ein Haus in der Großen Steinstraße besetzt, um
verschiedenste Projekte zu realisieren. Idee des Galeriecafés von und für Frauen/Lesben
nimmt Gestalt an. Renovierung, dann kommt der Alteigentümer. Ende vom Lied. Es wird
geräumt. Suche nach neuen Räumen. Die Wege der Projekte trennen sich.
September 1990 Der
Dornrosa-Frauenselbsthilfe e.V. wird von UFV-Frauen gegründet, ein alter Fleischerladen
im Harz 1 wird zum Frauencafé "Weiberwirtschaft" umgebaut und ehrenamtlich
betrieben. Aus den Taschen der Mitfrauen und Freundinnen des Dornrosa-Frauenselbsthilfe
e.V. finanziert, gibt es regelmäßige Ausstellungen von Werken Hallescher Künstlerinnen,
Lesungen, Diskussionsabende, es treffen sich andere Frauengruppen in der Weiberwirtschaft,
es entsteht ein Kindertreff.
1990 Der UFV tritt
in vier Wahlkämpfen mit an, die Einmischung in die politische Arbeit auf allen Ebenen
kostet viel Kraft, eine Abgeordnete zieht ins Stadtparlament
1991-1993 Mehrere
Einbrüche, fehlende Heizung u.a. erschwerende Arbeitsbedingungen schwächen das Team,
aber es geht weiter. Verhandlungen mit dem Land um Investitionsmittel. Der Alteigentümer,
ein österreichischer Aristokrat, kommt zurück und zwingt dem Verein einen Mietvertrag
für das Objekt auf, in dem u.a. geregelt ist, dass es dem Frauencafé Weiberwirtschaft
verwehrt ist, mit dem Namen Weiberwirtschaft Außenwerbung zu betreiben. Begründung:
dieser Name sei frauendiskriminierend. Auch unsere erklärende Interpretation kann ihn
nicht umstimmen. Dennoch wird die Weiberwirtschaft in Halles Szene zum Inbegriff des
autonomen Frauenprojekts. Diverse Aktivitäten des Teams (Demos z.B. §218...,
Frauenpolitischer Runder Tisch der Stadt, Frauenstreiktag etc.) werden in Halle und
Umgebung - von MD bis DD - mit der Weiberwirtschaft assoziiert.
Ende 1994 Einweihung
der kleinen Frauenbibliothek in der Weiberwirtschaft. Erste Ausgabe der "Lilith -
Zeitschrift aus Frauensicht" erscheint. Ein weiteres Projekt aus dem Hause Dornrosa,
mit Außenwirkung auch für das Frauencafé Weiberwirtschaft.
1995 Verhandlungen
mit der Stadt um ein neues Objekt, die alte Weiberwirtschaft platzt aus allen Nähten.
November 1995 Erste
Besichtigung des Hauses am Fluss. Oh, ja, das isses! Zähe Verhandlungen mit der
Halleschen Wohnungsgesellschaft. 1.März 1996 Mietvertrag Robert-Franz-Ring 22 wird
abgeschlossen. Wilde Bauphase.
30. April 1996
Neueröffnung der Weiberwirtschaft. Die neuen Räumlichkeiten bieten endlich soviel Platz,
dass aus dem ollen Frauencafé jetzt ein "Frauenzentrum Weiberwirtschaft" werden
kann, mit ungleich mehr Möglichkeiten, viel Atmosphäre und einem Birnbaum im Garten am
Fluss. In der Walpurgisnacht feiern ca. 300 Hexen mit uns ein berauschendes Fest, mit dem
wir den Neuanfang und auch die Erfolge der letzten Jahre begießen.
Oktober 1996 Der
erste öffentliche Terminal des Frauen-Computer-Netzwerkes Femnet in den neuen
Bundesländern geht in der Weiberwirtschaft ans Netz. Damit existiert die erste
Frauenmailbox in den neuen Bundesländern. Auch sie ist ein Projekt des
Dornrosa-Frauenselbsthilfe e.V. Dornrosa bereitet die bundesweite Fachtagung des
unabhängigen Frauenverbandes "Schule aus Frauensicht" in Halle vor.
Ende 1996 Die HWG
verkauft das Haus. Der neue Besitzer raubt uns seitdem mit Räumungsklagen Zeit, Kraft und
Nerven.
1996 Weiberstandpunkt
- die Veranstaltungsreihe "Wissenschaft, die [fem.]" entsteht. Frauen
verschiedener Fachrichtungen, die im Universitätenverbund Halle/Leipzig/Jena studieren,
forschen und lehren, finden sich zu regelmäßigen Vorträgen über Frauen- und
Geschlechterforschung zusammen.
1996 Die Halleschen
FrauenKulturTage werden zum Stadtereignis... was '94 und '95 als Straßenfeste im Harz
begann, wird nun zum stadtweiten Kulturereignis in Kooperation mit anderen Institutionen
Halles (z.B. LaBim, Theater am Volkspark etc.)
Sommer 1997 Die
LesbenFilmNächte werden geboren... Einen Monat lang werden im Sommer Filme gezeigt, in
denen Lesben und ihre Lebenserfahrungen eine Rolle spielen. Eine Mischung aus Spiel-,
Kurz- und Dokumentarfilm gibt Einblick in die unterschiedlichsten Lebenswelten.
Information, Unterhaltung und Anregungen zum Debattieren und Nachdenken inklusive.
1999 Wiederauflage
der "Lilith - Zeitschrift aus Frauensicht". Aufgrund personeller Engpässe
konnte Lilith zwischenzeitlich nicht erscheinen, die Redaktion wechselt und geht im Januar
neu an den Start.
2000 Das Geld wird
knapp... Mieterhöhung und Mittelkürzung führen zu einer einmaligen Spendenaktion:
PatInnenschaften für einen Quadratmeter Kultur, Information und Begegnung werden
versteigert.
2001 Aufgrund von
Diplomarbeiten und Arbeitsstress muss die Lilith-Redaktion die Zeitschrift vorerst
einstellen.
2001 Wir werden
'Freier Träger der Jugendhilfe'. Wir benennen uns um und heißen jetzt nur noch
"Dornrosa e.V.". Nach Beendigung der Reihe "Wissenschaft, die fem."
wird "Frauenpolitik konkret" ins Leben gerufen - mit regelmäßigen politischen
Diskussionen.
... 2001 Die erste
Frauendisco Halles - die Vielweiberei - feiert Ihren Auftakt. Erst im Thalia-Gewölbe
immer Sonntags, später folgt die Erweiterung in den Zauberberg am Samstagabend.